Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

A. Leitgedanke

Zusammen lernen, leben, lachen

Uns sind das gemeinsame Arbeiten, das Zusammenleben und die Freude an gemeinsamen Projekten wichtig. Die ganze Schulfamilie wird in eine lebendige Bildungs- und Erziehungspartnerschaft einbezogen.

B. Schulspezifische Gegebenheiten

Die Grundschule Hagelstadt ist eine kleine Landschule (derzeit 4 Klassen) im südöstlichen Landkreis Regensburg (18km vom Stadtzentrum entfernt mit direkter Zuganbindung). Die Gemeinde Hagelstadt besteht aus den Ortsteilen Langenerling, Gailsbach und Hagelstadt selbst.

Unser Schulprogramm ist auf die ländlichen Gegebenheiten hin zugeschnitten:

  • Profil „Flexible Grundschule“
  • Teilnahme an „SINUS für Grundschulen“
  • Umweltschule
  • Partnerschule Verbraucherbildung
  • OGTS (Mo-Do von bis 14.00h oder 16.00h und Fr bis 14.00h)
  • Förderstunden für Kinder mit Migrationshintergrund
  • LRS-Kurs

C. Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung einer differenzierenden Elternarbeit

Qualitätsbereich Gemeinschaft

Ziele:

  • Sich an der Schule willkommen und wohl fühlen?
  • Wertschätzend miteinander umgehen – auch bei Schwierigkeiten
  • Gemeinsame Ziele verfolgen und diese zusammen auf den Weg bringen

Maßnahmen:

  • Der erste Elternabend für die neuen Schulanfänger findet bereits im Oktober statt. So können die Eltern den neuen Lernort ihrer Kinder, die Lehrer und die Schulleitung frühzeitig kennenlernen.
  • Die Vorschulkinder werden mehrmals in die Schule eingeladen und verbringen Zeit mit ihren zukünftigen Klassenkameraden. Es werden bereits Patenschaften zwischen Vorschulkindern und Schulkindern geschlossen.
  • Bei der Schuleinschreibung ein positives Zusammenfinden entstehen: Die „neuen“ Eltern werden von anderen Eltern mit Kaffee und Kuchen in der Aula bewirtet, die Schulleiterin begrüßt die Eltern und steht für Fragen und Gespräche in kleinen Gruppen zur Verfügung.
  • Die Aula wird jahreszeitlich entsprechend gestaltet und lädt so zum Besuch der Schule ein.
  • Die Schule nimmt zusammen mit dem Kindergarten an den Aktionstagen Musik teil.
  • Die Vorschulkinder werden zusammen mit ihren Familien zum Kinderfest eingeladen und gestalten den Beginn des Festes gemeinsam.
  • Ein Elternabend für wichtige Fragen findet in der zweiten Schulwoche nach den Sommerferien statt.
  • Lernentwicklungsgespräche in den Jahrgangsstufen 1-3 sorgen für Transparenz. Sie führen zu einem größeren Einblick in die Arbeit des Kindes und dem schulischen Ablauf. Eltern werden so in den Schulalltag besser mit eingebunden und sind an der Verfolgung der gemeinsamen Ziele der Entwicklung der Kinder maßgeblich beteiligt.
  • Feste, Projekte und Aktionen fördern die Zusammenarbeit und das „an einem Strang ziehen“. (So findet einmal im Monat eine gesunde Pause statt, die der Elternbeirat gemeinsam mit Lehrern und Schülern vorbereitet. Ein Kinderfest wird jeden Juli gemeinsam geplant und gestaltet. Die Aktion „Kinder laufen für Kinder“ wird durch den Elternbeirat und freiwilligen Eltern organisiert. Alle Eltern werden zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier eingeladen. Gemeinsam mit den Eltern wird ein Abschiedsfest für die Schulabgänger gestaltet. Die Schulgottesdienste werden von Eltern musikalisch unterstützt.

Erfolgsindikatoren:

  • Die Eltern besuchen die Elternabende in großer Anzahl und fragen bei der Lehrkraft oder bei anderen Eltern nach, wenn sie keine Zeit haben.
  • Die Rückmeldung bei der Schuleinschreibung ist sehr positiv. Durch das Elterncafe fühlen sich die „neuen“ Eltern aufgehoben und haben auch bei sprachlichen Problemen keine Scheu.
  • Die Besuche der Vorschulkinder in der Schule tragen dazu bei, dass die Kinder schon einen positiven Bezug zu ihrer Schule aufbauen und eventuelle Ängste abbauen. Die Schulkinder nehmen die Vorschulkinder offen auf und bauen ein Verantwortungsgefühl auf.
  • Eltern bringen bei Festen und Aktionen eigene Ideen ein und organisieren sich selbst.
  • Die Befragung der Eltern nach den ersten Lernentwicklungsgesprächen zeigte große Zufriedenheit mit diesem Instrument. Vor allem die angenehme Atmosphäre und der Wertschätzung gegenüber den Kindern wurde hervorgehoben.

Qualitätsbereich Kommunikation

Ziele:

  • Eltern und Lehrer gehen offen miteinander um
  • Information der Eltern über alle schulischen Aktivitäten
  • Eingehen auf individuelle Belange

Maßnahmen:

  • Durchführung von Elternabenden bei der Einführung von neuen schulischen Entwicklungen (z.B. Jahrgangsmischung, Flexible Grundschule, Lernentwicklungsgespräche), Einzel- bzw. Gruppengespräche nach dem informierenden Teil, um noch aufgetretene Fragen und individuelle Anliegen zu klären
  • Angebot von Sprechzeiten mit den Lehrkräften auch außerhalb der regulären Sprechstunden
  • Ein offenes Ohr bei besonderen Vorkommnissen
  • Kommunikation auch schriftlich über das „Postheft“, das in allen Klassen geführt wird.
  • Regelmäßige Elternbriefe und die Homepage informieren über die Vorhaben der Schule.
  • Anstehende Planungen in der Schulwoche werden über den wöchentlichen Hausaufgabenplan kommuniziert.
  • Einsatz eines Sprachmittlers bei sprachlichen Barrieren (z.B. bei den Lernentwicklungsgesprächen)

Erfolgsindikatoren

  • Elternabende werden zahlreich besucht und die Inhalte positiv rückgemeldet.
  • Elternbriefe und die Homepage werden sehr positiv angenommen.
  • Eltern kommen regelmäßig zu den Sprechstunden und zeigen sich offen im Gespräch.
  • Umgekehrt gehen Lehrkräfte bei Problemen auch auf die Eltern zu.
  • Elterngespräche verlaufen in angenehmer, ruhiger Atmosphäre.
  • Eltern nehmen das Angebot der Lernentwicklungsgespräche vollzählig an. Bei der Durchführung der Gespräche nehmen die Eltern die Rolle des Beobachters vertrauensvoll an.
  • Auch zur Beratung bezüglich der Schullaufbahn eines Kindes kommen Eltern in die Schule und sehen die Lehrkräfte als kompetenten Partner.
  • Konstruktive Kritik wird persönlich oder über den Elternbeirat an die Schule herangetragen. So können Probleme und Anliegen besprochen und geklärt werden.
  • Das „Postheft“ wird zum Informationsaustausch von beiden Seiten angenommen und regelmäßig verwendet.

Qualitätsbereich Kooperation

Ziele:

  • Zusammenarbeit auf Augenhöhe von Eltern und Lehrern zum Wohle der Kinder
  • Unterstützung der Eltern bei ihrer Erziehungs- und Entwicklungsarbeit
  • Kind steht im Mittelpunkt und macht vertrauensvolle Zusammenarbeit nötig
  • Gemeinsames Unterstützen der Kinder beim Lernen und Arbeiten
  • Eltern kennen mögliche Partner, die sie bei ihrer erzieherischen Arbeit unterstützen (z.B. Schulpsychologen, Erziehungsberatungsstellen)

Maßnahmen:

  • Transparente Leistungsbewertung in der flexiblen Eingangsstufe durch Kennzeichnung von Lerninhalten, die die Kinder noch üben müssen. Besprechung eines individuellen Förderplans mit den Eltern.
  • Ausgabe von Lese- und Rechenpässen (Unterstützung der Eltern, ihr Augenmerk auf wichtige Aspekte des Lernens zu richten)
  • Information der Eltern über das selbstständige Lernen in der Schule im Hinblick auf das eigenständige Lernen und Arbeiten auch zu Hause
  • Lernentwicklungsgespräche als Grundlage für Beratungen und der gemeinsamen Findung von Fördermöglichkeiten.
  • Regelmäßige Elternbeiratssitzungen im Beisein der Schulleitung
  • „Elternkartei“: Elternbefragung zu speziellem Wissen und Können, das sie der Schule zur Verfügung stellen könnten
  • Einsatz von elterlichen Kompetenzen: Vorlesetag, Bepflanzung der Schulbeete, Vorbereitung der „Gesunden Pause“ zusammen mit den Kindern, Kennenlernen eines elterlichen Betriebes (Bauernhof, Kartoffelhof), „Forscherclub“ als Nachmittags- bzw. Ferienangebot eines Elternteils, Experten im Unterricht bei Projekten

Erfolgsindikatoren:

  • Eltern nutzen die Beratungsangebote der Schule (Sprechzeiten, Elternsprechtage, Elternabende)
  • Eltern bringen sich auch aktiv am Schulleben ein und sehen die Schulentwicklung als Chance für ihr Kind.
  • Eltern melden zurück, dass sich das Konzept des selbstständigen Lernens in der Schule auch positiv auf das häusliche Lernen auswirkt.
  • Einige Eltern geben am Anfang des Schuljahres an, ob, wann und wie sie sich in der Schule einbringen möchten (Elternkartei).
  • Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat und dem regen Informationsaustausch Lehrer – Schulleitung – Eltern – Sachaufwandsträger können gemeinsame Ziele vorangebracht werden.

Qualitätsbereich Mitsprache

Ziele:

  • Eltern beteiligen sich aktiv am Schulleben
  • Eltern bringen sich durch Ämter (Klassenelternsprecher, Elternbeirat, Organisator „Gesunde Pause“) aktiv bei der Gestaltung des Schullebens ein
  • Der Elternbeirat wird themenabhängig zu Lehrerkonferenzen eingeladen

Maßnahmen

  • Besprechung von Aktionen in den Elternbeiratssitzungen.
  • Klassenelternsprecher kümmern sich um die Planung und Durchführung von Festen und Projekten (Faschingsfeier, Weihnachtsfeier, Elterncafe bei der Schuleinschreibung, Verabschiedung der Schulabgänger)
  • Information von Projekten durch die Schulleitung (Elternbriefe) und Einladung zur Mitarbeit
  • Sprechstunde oder Sprechtag im Herbst für die Eltern und Kinder der 4.Jahrgangsstufe, um gemeinsame Ziele für das Schuljahr zu entwickeln.

Erfolgsindikatoren

  • Eltern nutzen immer wieder die Möglichkeit Ideen und Anregungen einzubringen
  • Sie unterstützen durch Kontakte und Kompetenzen die Arbeit an der Schule
  • Eltern und Lehrkräfte arbeiten gemeinsam an schulischen Aktionen 

Geplante bzw. angedachte weitere Maßnahmen:

  • Gemeinsame Bastelaktionen mit Eltern für einen Weihnachtsmarkt, (alternativ für das Kinderfest, Herbstbasteln oder Osterbasteln), um Eltern noch mehr einzubeziehen
D. Qualitätssicherung
  • Nach den ersten Lernentwicklungsgesprächen im Schuljahr 2014/15 wurde die Durchführung von den Eltern durch einen Fragebogen evaluiert. Verbesserungsvorschläge wurden aufgenommen und werden bei den Gesprächen im Schuljahr 2015/16 umgesetzt. Eine weitere Evaluation fand im Schuljahr 2018/19 statt.
  • Regelmäßige Reflexion bei den Elternbeiratssitzungen und Elternabenden.
Fragebogen zur Elternarbeit (leicht veränderte Vorlage von www.bildungspakt-bayern.de/akzent-elternarbeit/)

E. Beteiligung der Schulgemeinschaft

Das Konzept zur Erziehungspartnerschaft von Schule und Elternhaus wurde durch das Lehrerkollegium in Abstimmung mit dem Elternbeirat erstellt. Durch die Veröffentlichung auf unserer Schulhomepage ist es für die gesamte Schulfamilie einsichtig. Es wird noch im laufenden Schuljahr eine Rückmeldemöglichkeit für die Eltern geben.

Das Konzept soll „neuen“ Mitgliedern der Schulfamilie nähergebracht und stetig erweitert werden.